Digitales Lernen – Learn Smart and Start!

Von Nabila Chaudhry, Yasemin Derebasi, Hannah van der Hoven, Laura Otten und My-Linh Vuong
Kiev, Ukraine - May 20, 2013 - Hand pointing on keyboard with social media logotype collection of well-known social network brand's placed on keyboard buttons. Include Facebook, YouTube, Twitter, Google Plus, Instagram and more other logos.


WER kennt das nicht? Die Prüfungsphase steht wieder an und dir fällt siedend heiß ein, dass du mal langsam anfangen solltest zu lernen.

Der Countdown läuft und während du plötzlich religiös wirst, betest du dein Mantra
„Ich fange jetzt an zu lernen und lasse mich von nichts und niemandem ablenken.“ wie ein Mönch sein Morgengebet. Du schlägst dein Heft auf und fährst den Laptop hoch. Jetzt kann es endlich losgehen. Voll motiviert öffnest du die Vorlesungsskripte, aber was ist das?

Ein vertrautes „Ping“ zerreißt die Stille. Eine Nachricht bei Facebook. Gleichzeitig fangen Handy, Tablet und Co. an zu vibrieren, klingeln und zu blinken als ob die Welt morgen untergeht und dies die letzte Chance ist dich zu erreichen. Du wolltest doch lernen. Entschieden ignorierst du all die empfangenen Nachrichten, Fotos und Videos. Zurück zum Skript.

Aber für wie lange?

Entweder du bist diszipliniert genug, das durchzuziehen (aber mal ehrlich, wer ist das schon?) oder du gibst deinen Freunden alle deine Geräte, bis du fertig bist.                                                   Oder um es mit den Worten von Charlton Heston zu sagen:                                                             Du willst mein Smartphone? „Nur aus meinen kalten, toten Händen.“ [1]

Bevor es Mord und Totschlag gibt und Freundschaften zerbrechen, hast du doch lieber alles in Sichtweite – leider aber auch in Greifweite. Und wenn du dann auf deine Whatsapp-Nachrichten geantwortet hast, kannst du doch auch mal eben schnell bei Facebook den neusten Klatsch und Tratsch über Gott und die Welt lesen oder?

Studien der Florida State University bestätigen, was wir uns eh schon lange gedacht haben:
Wir müssen unser Smartphone nicht mal in der Hand halten, damit es uns signifikant von unseren gerade anstehenden Aufgaben ablenkt. Allein der Gedanke an die mögliche Nachricht von unserem heimlichen Schwarm oder die neusten Gerüchte über eine verhasste Person können uns so aus dem „Flow“ bringen, dass unsere Aufmerksamkeit nur noch unserem Smartphone und nicht der eigentlichen Aufgabe -dem Lernen- gilt. [2]

Was also tun, wenn man weder mit noch ohne Smartphone und Co. kann?

Wenn wir den größten Feind des Lernens nicht besiegen können, vielleicht sollten wir dann mit ihm zusammenarbeiten?

Wie du dir von nun an digitale Medien zu Nutze machen und dich aus ihrer Herrschaft befreien kannst, wollen euch Laura, Hannah, Yasemin und Nabila im Folgenden vorstellen.



Das Internet als neues Medium

Besonders in der heutigen Zeit ist, wie viele Studenten es wahrscheinlich bestätigen können, das Internet der beste Freund des Studenten.

Nicht nur um nicht verstandene Vorlesungsthemen nachzugooglen oder Web-Enzyklopädien zu nutzen, um Referate vorzubereiten, ist das Internet ein willkommenes und einfaches Mittel zur Informationsbeschaffung. Oder um es akademischer auszudrücken: das Internet als Medium für informelles Lernen. [3]

Die Nutzung des Internets basiert auf kontrollierten Prozessen, setzt man es in Bezug auf die Modi der Urteilsbildung. Das bedeutet, es wird bewusst und mit Absicht genutzt und erfordert ein höheres Maß an Aufmerksamkeit und Anstrengung, als Prozesse die beispielsweise automatisch oder indirekt erlernt werden. [4] So gesehen ist das Internet also ein Medium, das zusätzlich zu anderen Lernmethoden oder Methoden der Informationsbeschaffung dienen kann.

Auch Universitäten machen sich diese neue Form des Lernens zu nutzen, in Form von diversen Lernplattformen. Jeder kennt sie, die tägliche Bombadierung mit Infos der Profs via Lernsoftware Moodle.

Erweitern Sie Ihren Unterricht mit der Lernplattform Moodle. Stellen Sie Ihren Schüler/innen Materialien, zusätzliche Übungen und Kommunikationsmöglichkeiten zur Verfügung. Organisieren Sie Projekte und fördern Sie selbstgesteuertes Lernen.” [5]

Somit wurden die Vorteile des Internets selbst von den Universitäten erkannt und dessen Nutzung zur Pflicht gemacht. Ich nenne das informelles Lernen in formellem Kontext.
Natürlich haben wir Studenten noch weitere Tricks, uns die Informationen zu beschaffen, die wir benötigen, nicht zuletzt durch Social Media.



Lernen in Sozialen Netzwerken

In der heutigen Zeit werden die sozialen Netzwerke häufig als Plattform für das gemeinsame Lernen verwendet, da es einen schnellen Informationsaustausch ermöglicht.

Oftmals werden Netzwerke wie Facebook als Quelle für die kooperative Zusammenarbeit genutzt, um sich zum Beispiel mit den Kommilitonen über bevorstehende Prüfungen auszutauschen, sich zu helfen und gegenseitig zu unterstützen. Es erleichtert ebenfalls Gruppenarbeiten, da der Vorteil hier darin besteht, miteinander kommunizieren zu können, ohne örtlich und zeitlich gebunden zu sein.

Natürlich dient nicht nur Facebook als Quelle für das Lernen in sozialen Netzwerken, denn das Internet bietet eine Vielfalt an weiteren sozialen Netzwerken, wie Foren, Blogs und Wikis. All diese Netzwerke ermöglichen ein gemeinsames Lernen, zum Beispiel durch das gemeinsame Editieren verschiedener Wikis, sowie Diskussionsbeiträge in Foren.

Es handelt sich hierbei immer um ein „Wechselspiel von Wissensproduktion“, in der jedoch die individuellen, kognitiven und emotionalen Eigenschaften des jeweiligen Lernenden eine Rolle spielen. Von daher bieten diese Sozialen Netzwerke nicht immer eine die Qualität sichernde Instanz, daher muss die Qualität und Nützlichkeit eines Beitrages von dem jeweiligen Lernenden selbst bewertet werden. [6]

Ich selbst habe bezüglich des Lernens in sozialen Netzwerken bisher nur positive Erfahrungen gesammelt, da es die Zusammenarbeit erheblich erleichtert und man nicht an feste Termine gebunden ist. Die sozialen Netzwerke stellen Antworten zu jeglichen Problemen bereit und helfen somit, die richtige Lösung zu finden. Auch wenn sich nicht jeder Beitrag als nützlich erweist, findet man hier in jedem Fall Antworten zu aufkommenden Schwierigkeiten, durch die sich das persönliche Wissen bereichern lässt.



Lernvideos

Eine andere Möglichkeit sich das Internet beim Lernen zu Nutze zu machen, ist der Umgang mit Lernvideos. Diese Methode wird immer mehr zum Favoriten bei Studenten aber auch bei Professoren.

Mittlerweile gibt es im Internet zahlreiche Anbieter solcher Videos, die man für das Erlernen von Sprachen, Naturwissenschaften, das Spielen von Instrumenten usw. nutzen kann.

Doch warum bevorzugen Studenten das Lernen mit Lernvideos gegenüber dem Lernen mit Büchern?

Im Gegensatz zum Lesen wird einem bei Videos der Lernstoff visuell vermittelt und veranschaulicht. Dies dient dazu, dass man sich Dinge besser einprägen kann. Der Grund dafür ist, dass mit Lernvideos verschiedene Sinne angesprochen werden, was zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und damit verbundenen Steigerung der Lernleistung führt. [7]

Jeder Mensch lernt auf seine eigene Art und Weise.
Deshalb kann das Lernverhalten in vier Kategorien eingeteilt werden:                                         Der auditive Lerntyp, der visuelle Lerntyp, der kommunikative Lerntyp und der motorische Lerntyp. [8]

Mit Lernvideos sind bereits drei dieser Kategorien abgedeckt. Dies bedeutet, dass unterschiedliche Lerntypen mit Hilfe der Videos lernen können und dass man sich das Erlernte sogar besser einprägen kann, wenn unterschiedliche Sinne angesprochen werden.

Außerdem kann man auch persönlich an dem Geschehen teilhaben („learning by doing“) , indem man das Tempo oder Ähnliches selbst bestimmt oder aber Aufgaben löst oder nachahmt die einem gestellt/ demonstriert werden. Dies steigert die Motivation zuzüglich. [9]

Ich persönlich kann nur bestätigen, dass Lernvideos hilfreich sind und den Lernprozess erleichtern. Ich denke, dass es auch von Vorteil ist, dass man sich die Zeit und den Ort des Lernens aussuchen kann, denn nicht jeder kann sich zur gleichen Tageszeit am gleichen Ort konzentrieren. Außerdem kann man sich die Videos so oft wie es erwünscht ist anschauen und man kann diese stoppen und zurückspulen, was in einer normalen Vorlesung nicht möglich ist. Jedoch würde ich auf jeden Fall empfehlen, aktiv mitzuarbeiten und Aufgaben zu lösen, sich Stichpunkte zu machen etc., denn ich empfinde reines Zuhören und vor dem PC passiv zu sitzen als ermüdend und nicht gerade förderlich für die Konzentration.



Apps 

Egal ob Apple oder Android, Smartphones oder PCs, es kommen immer mehr Apps auf den Markt. Darunter sind auch Apps, welche uns Studenten das Lernen einfacher machen und uns durch den Campusalltag begleiten. [10]

Dazu eignen sich Apps, die den Studenten dazu verhelfen die Zeit sowie die Aufgaben besser zu verwalten und sich selber zu organisieren. Die wichtigste Kategorie unter den Apps sind aber die „Lernapps“, welche das Lernverhalten verbessern und zum besseren Einprägen der Informationen beitragen.

Jede Person hat einen anderen Lernstil und lernt auf andere Art und Weise, weshalb es vielfältige Apps auf dem Markt von verschiedenen Anbietern gibt.

Da gibt es Studenten wie mich, die gut mit Karteikarten lernen können. Für diese sind Apps wie „Flash Card Deluxe“ (für 3,59 € im Google Play, aber natürlich auch bei iTunes erhältlich) besonders gut, da man sich dort Karteikarten erstellen, diese speichern und jederzeit abrufen und lernen kann. [11]

“Lernen durch Wiederholung“ ist das Stichwort, welches eine sehr effektive Lernweise ist. Diese wurde von Wissenschaftlern bewiesen und als „Spaced Repetition Method“ benannt.
Da fragt ihr euch bestimmt: Was um Gotteswillen ist das denn?
Es ist nichts anderes als ein Lernkonzept, in dem man den Lernstoff einteilt und nach bestimmten Zeitintervallen wiederholt. Das führt dazu, dass das Wissen im Langzeitgedächtnis verankert wird. [12]

Des Weiteren gibt es Apps spezialisiert auf verschiedene Fachrichtungen.

Für Leute, die es nicht so mit Mathematik haben, weil es nicht ihr Lieblingsfach ist und die dennoch Prüfungen schreiben müssen, gibt es bestimme Apps, die Übungen vorgeben, welche man lösen und üben kann. Zur Bestätigung kann man sich am Ende den Lösungsweg sowie die Lösung anschauen. Für Studenten, die Algebra oder Lineare Gleichungssysteme als Bedrohung wahrnehmen und am liebsten schreiend wegrennen würden, ist die App „Massmatics“ sehr empfehlenswert. [13] (gratis erhältlich für Android)

Für die Juristen unter uns gibt es natürlich auch Apps wie „Jurashooter“ (im Moment für 3,99$ nur bei iTunes erhältlich), mit der man sich ganz einfach auf spielerische Weise Definitionen merken kann. Beispielsweise durch Zuordnen der Begriffe mit der jeweiligen Definition. [14]

Diese App ist auf dem Konzept „Game Based Learning“ entwickelt worden, bei dem man Sachen auf spielerische Weise lernen soll. [15] Beispielsweise durch Verbinden oder Zusammenfügen von Definitionen in Puzzle Form. Daneben umfasst das „Game Based Learning“ natürlich noch viele andere Konzepte und Spieltypen. Für Jeden ist also etwas dabei.

Dies ist eine gute Alternative, anstatt sich Hinzusetzen und sich etliche Definitionen auswendig zu merken, die man nach der Klausur eh wieder vergisst.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man, wenn man kein Mathefreund ist, sehr gut mit den Apps arbeiten und üben kann. Mir persönlich hat es sehr geholfen. Mach dir zunächst einmal selber klar, was für ein Lerntyp du bist und wie du persönlich am besten lernen kannst, danach kannst du dir die App aussuchen, die deinem eigenen Lernstil entspricht.

 

Mit unseren Tipps überstehst auch DU die nächste Prüfungsphase; nicht nur trotz, sondern auch mithilfe der neuen Medien!

 



Quellen
[1] http://www.n-tv.de/archiv/Aus-meinen-kalten-Haenden-article110135.html (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[2] http://winfuture.de/news,87993.html (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[3] http://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/unesco-heute/uh1-2008/uh108_s30-32.pdf (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[4] Dr. Rer. Medic. Jennifer Apolinário-Hagen, Psychologie und Motivation: Vorlesung 3 Denken, Slide 8 (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[5] http://lehrerfortbildung-bw.de/moodle-info/ (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[6] http://www.unesco.de/fileadmin/medien/Dokumente/unesco-heute/uh1-2008/uh108_s30-32.pdf (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[7] http://magazin.sofatutor.com/schueler/2014/01/29/ist-lernen-mit-videos-effektiv-ja-sagen-wissenschaftler/ (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[8] http://www.philognosie.net/denken-lernen/vier-lerntypen-und-wie-sie-am-effektivsten-lernen (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[9] http://magazin.sofatutor.com/schueler/2014/01/29/ist-lernen-mit-videos-effektiv-ja-sagen-wissenschaftler/ (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[10] https://www.karrieremagazin.net/campus/uni-studium/die-besten-apps-fuers-studium.html (zuletzt abgerufen am 29.07.2015)
[11] http://orangeorapple.com/Flashcards/de/ (zuletzt abgerufen am 30.07.15)
[12] https://www.examtime.com/de/guide/das-spaced-repetition-lernkonzept/ (zuletzt abgerufen am 30.07.2015)
[13] http://massmatics.de/de/ (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[14] http://lernfreak.de/produkte/jurashooter-bgb (zuletzt abgerufen am 28.07.2015)
[15] https://www.e-teaching.org/didaktik/konzeption/methoden/lernspiele/game_based_learning/index_html (zuletzt abgerufen am 30.07.2015)                                                                             Bilddatei: http://www.financialanalystwarrior.com/how-to-stay-connected-with-your-friends-on-social-media-while-studying-for-the-cfa-level-1-exam/ (zuletzt abgerufen am 29.07.2015)

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